Wenn die Wirtschaft boomt oder sich wenigstens positiv entwickelt, steigt der Bedarf an guten Leuten, eine Binsenweisheit. Das „wichtigste Kapital“ des Unternehmens wird zur gesuchten Mangelware. Human Resources hat alle Hände voll zu tun, um Lücken gar nicht erst entstehen zu lassen oder im Ernstfall schnell zu schließen. Employer Branding muss sich bewähren. Personal-Marketing ist gefragt. – Und wenn die Wirtschaft dann mal eine Pause einlegt, wenn Belegschaften eher ausgedünnt als ausgebaut werden? Herrscht dann Entspannung am Personalmarkt? Ganz und gar nicht, aus meiner Sicht. Selbst bei sinkendem Personalbedarf ist es weder für die Personaler in den Unternehmen noch für die externen Personalberater an der Zeit, in ihren Bemühungen nachzulassen. Auch wenn vielleicht die Menge der Vakanzen abnimmt und das Angebot an Kandidaten steigt – Recruiting ist kein Zahlenspiel. Quantitative Kriterien sagen über Erfolg oder Misserfolg von Stellenbesetzungen nichts Entscheidendes aus, weder in guten, noch in harten Zeiten. Es geht doch immer um die Qualität der Besetzung, um die optimale Lösung des Personalproblems. Und aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich nur feststellen: Gerade in Zeiten wie den jetzigen kann es sich niemand leisten, auch nur den geringsten Abstrich bei den Qualitätsanforderungen zu machen. Nur mit noch größerer Sorgfalt, mit noch besserer Vernetzung in den Märkten und mit ihrer noch intensiveren Bearbeitung sind die heutigen Herausforderungen zu meistern.
Jutta Hagenmüller